
Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Gewöhnliche Robinie, falsche Akazie oder auch Scheinakazie genannt bringt mit ihrem Holz wunderbare Eigenschaften mit, die zu einem Alles-Könner unter den Hölzern macht. Robinienholz ist sehr langlebig, dauerhaft, witterungsfest bei gleichzeitig guter Elastizität und Biegsamkeit.
Heute ist die Gewöhnliche Robinie in weiten Teilen Europas verbreitet und wurde zunächst vorwiegend in Gärten, Alleen und Parks kultiviert. Aufgrund der oben beschriebenen Eigenschaften hat sich die Robinie auch als Wirtschaftsbaum verbreitet. ¹ Was Sie außerdem über Robinienholz wissen sollten, erfahren Sie hier im Holzratgeber.
- 1. Typische Eigenschaften der Robinie
- 2. Weitere Besonderheiten von Robinienholz
- 3. Vorteile und Nachteile im Überblick
- 4. Verwendung und Einsatzgebiete
- 5. Preise von Robinienholz
- 6. Fragen und Antworten
Typische Eigenschaften der Robinie
Die Robinienholz weist eine hohe Beständigkeit gegen Insekten, Pilzbefall und Witterung, wie bspw. Frost oder Feuchtigkeit auf, was es wiederrum für viele verschiedene Verwendungsarten qualifiziert. Es bringt außerdem eine hohe Festigkeit mit sich, wodurch eine zusätzliche Behandlung des Kernholzes überflüssig wird. Selbst völlig unbehandelt liegt die Lebensdauer von Robinienholz bei 10-25 Jahren.
Weiterhin ist das Holz härter als Eichenholz und gleichzeitig elastischer, was es zu einer äußerst belastbaren und vielseitig einsetzbaren Holzart macht. In der Bearbeitung ist durch diese Härte ein Vorbohren bei der Nutzung von Schrauben und Nägeln unbedingt zu empfehlen.
Aussehen und Optik
Bei der Robinie erkennt man einen gelb-goldenen Schimmer der Schnittholzoberfläche. Auch bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Holzzellen deutlich feiner und kleiner sind als beispielsweise im Eichenholz.
Es handelt sich um sehr schweres Holz mit einer deutlich höheren Härte als Eiche, aufgrund ihrer hohen Darrdichte handelt es sich um ein Hartholz. Dabei auch zusätzlich noch elastischer. Auch die Biegefestigkeit ist im Vergleich zu anderen Baumarten deutlich höher. Diese Härte des Holzes in Verbindung mit der Biegsamkeit sorgen für hohe Belastbarkeit der Robinienhölzer.
Weitere Besonderheiten von Robinienholz
Ist Robinienholz giftig?
Das Robinienholz selbst ist nicht giftig. Allerdings enthalten die Rinde, Samen und Blätter die Giftstoffe „Robin“ und „Phasin“, die auch für den Menschen schon in geringer Dosis giftig sein können. Aus diesem Grund sollten bei der Bearbeitung von Rohholz entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.
Robinienholz vs. Tropenhölzer
Ein großer Vorteil der Robinie sind die hohe Leistungsfähigkeit und vielseitige Einsetzbarkeit. In diesem Punkt ist sie vergleichbar mit Tropenhölzern, jedoch ohne den aufwendigen und umweltbelastenden Transport. Zudem ist sie deutlich günstiger als jedes Tropenholz und wird in Deutschland aber auch im Südosten Europas als Wirtschaftsbaum angebaut.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Neben den großartigen Eigenschaften in Härte, Belastbarkeit und Biegsamkeit bringt die Robinie noch einen weiteren wichtigen Vorteil mit sich. Sie wächst auch auf stickstoffarmen Böden sehr ertragreich, da der Baum selbst Stickstoff aus der Atmosphäre binden kann. Daher ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut.
Darüber hinaus bringt das Robinienholz gute Polier- und Lackiereigenschaften mit sich und eignet sich hervorragend für den Außenbereich sowie als Bau- und Konstruktionsholz.
Aufgrund der Härte ist es wiederrum auch schwerer zu verarbeiten und die Trocknungsphasen sind meist länger als bei heimischen Holzarten. Außerdem ist in Deutschland der Stammverlauf der Rohholzes bei guter Qualität des Holzes eher krumm. Um Wertholz aus einer Robinie zu bekommen, ist es besonders wichtig auf die Genetik zu achten. Verschiedene ungarische Sorten sind genetisch besser geeignet lange Stämme und Wertholz zu erziehen.
Verwendung und Einsatzgebiete
Robinienholz wird sowohl im Innen- als auch im Außenbereich häufig eingesetzt. Im Innenbereich kommt es aufgrund seiner feinen Maserung und Langlebigkeit gerne bei Treppen, Stühlen oder Tischen zum Einsatz.
Im Außenbereich kommt das Holz heutzutage im Schiffsbau vor. Die gute Biegsamkeit und das geringe Holzschwinden bei Feuchtigkeit sind hier ein großer Vorteil. Auch im Bergbau findet es Anwendung.
Des Weiteren wird es heute auch beim Bau von Spielplätzen, Terrassen, Türen, Fenstern und Wintergärten eingesetzt. Dort ist es sehr beliebt auf Grund der Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit auch bei hoher Belastung. Um ein derartig gutes Holz zu erhalten, ist es notwendig schon bei der Holzernte mögliche Holzfehler zu erkennen und strickt auszusortieren.
Robinienholz als Brennholz
Auch als Brennholz ist die Robinie bestens geeignet. Es hat einen hohen Brennwert, ähnlich wie Buche oder Eiche und spendet viel Wärme bei sehr geringem Funkenschlag, sodass es sich auch für offene Kamine oder Öfen eignet. Einziger Nachteil liegt darin, dass es schwierig zu entzünden ist aufgrund der hohen Dichte. Unser Tipp: Entzünden sie zuerst ein Weichholz im Kamin und legen sie danach mit Robinienholz nach.
Schnittholz aus Robinie
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Preise von Robinienholz
Das Holz lässt sich sehr ertragreich, auch auf stickstoffarmen Böden anbauen. Daher ist der Preis im Verhältnis zur Holzqualität sehr gut. Üblicherweise liegt Robinienholz preislich ähnlich, wie Eichenholz. Allerdings bringt es die Qualität von Tropenhölzern mit sich, ohne die langen Transportwege. Für Schnittholz der Robinie wird durchschnittlich ein Preis zwischen 700€ bis 1100€ pro m³ verlangt.
Fragen und Antworten
Ist Robinie und Akazie das Gleiche?
Nein, Robinie und Akazie sind völlig unterschiedliche Baumarten. Der Name „Scheinakazie“ tritt oft im Zusammenhang mit der Robinie auf. Grund dafür ist die Verwechslungsgefahr zwischen beiden Baumarten. Für einen Laien sehen beispielsweise die Blätter zum Verwechseln ähnlich aus. Der Unterschied besteht darin, dass die Einzelblätter der Robinie sich nicht gegenüberstehen, bei der Akazie sind die symmetrisch aufgebaut.
Kann ich Robinienholz als Brennholz verwenden?
Ja, das Holz eignet sich aufgrund seines hohen Brennwerts auch hervorragend als Brennholz.
Ist Robinienholz teuer?
Robinienholz ist preislich mit Eichenholz zu vergleichen, wobei es die Eigenschaften vieler Tropenhölzer mit sich bringt, ohne die langen Transportwege. Im Schnitt liegt Robinienholz zwischen 700€ bis 1100€ pro m³.
Ist das Holz der Robinie giftig?
Das Holz der Robinie ist nach einer gewissen Lagerungszeit nicht giftig. Allerdings sind die Rinde, Samen und Blätter giftig, sodass Robinienholz besser draußen gelagert wird.
